„KIA ORA“ Südinsel Neuseeland 🚐🐑

In der Nacht vom ersten auf den zweiten Weihnachtsfeiertag setzen wir unsere Reise nochmal drei Stunden weiter in Richtung Osten fort und landen in Christchurch. Die Uhren werden hier um weitere zwei Stunden vorgestellt und wir haben jetzt eine Zeitdifferenz von 12 Stunden bis nach Deutschland. Viel weiter weg von zu Hause ist, bis auf ein paar entlegenere Pazifikatolle, kaum möglich. Nach erfolgreicher Einreise, sehr strenger Lebensmittelkontrollen und der vorerst letzten Nacht in einer festen Unterkunft hohlen wir am nächsten Morgen unseren Campingbus ab. Ein kompakter und umgebauter Toyota Bus wird für die nächsten drei Wochen unser fahrbares kleines Zuhause sein. Für uns alle das erste mal im Camper und wir sind gespannt auf das neue Abenteuer und neuen Erfahrungen. In Christchurch halten wir uns nicht lange auf, machen einen Großeinkauf und steuern anschließend unser erstes Ziel in der Natur an, die Akaroa Bucht. Das Land, welches fünf mal mehr Schafe als Einwohner besitzt zeigt uns erstmal seine kalte Schulter und begrüßt uns mit Nieselregen und 12°C Temperatur. Nach den zuletzt 33°C in Sydney frösteln wir in unsere ersten Nacht im Camper und der Wind schaukelt uns in den Schlaf.

Am nächsten Morgen ziehen wir alle unsere wärmsten Kleidungsstücke an. Wir erkunden Akaroa und brechen mittags zu unserer ersten großen Wanderung bis zum Purple Peak auf. Die anspruchsvollen 700 Höhenmeter verteilen sich auf 11 KM vielseitigste Wanderwege und die graue Wolkendecke löst sich bis zum Abend auf. So kommen wir in den Genuss toller Ausblicke auf die Bucht und auf die offene See. Die Landschaft ist grandios, erinnert uns an irische Wiesen und überall tummeln sich unzählige Schafe. Den zweiten Abend verbringen wir auf einem großen freien Campingplatz und der Umbau der Betten und das Organisieren auf engem Raum funktioniert schon besser.

Am nächsten Tag fahren wir weiter bis zum Tekapo See und verbringen dort den Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein. Umringt von felsigen und grünen Hügeln strahlt der See in krasser türkisblauer Farbe. Wir spazieren am Ufer entlang und spielen auf einem Spielplatz. Wir sind mutig und gehen ganz kurz ins Wasser bei gefühlten 10 Grad Wassertemperatur und schwimmen ein paar Züge. Der malerische Bergsee liegt 700 Meter Meter hoch. Abends fahren wir noch eine Stunde weiter bis zum ”Nachbarsee”, dem Lake Pukaki und haben unterwegs eine tolle Sicht auf den schneebedeckten Mount Cook (höchster Berg von NZL mit 3700 Metern).

Am Fuße des Mount Cook wandern wir den beliebten Hooker Valley Track entlang (ca. 10 KM) und trotz des trüben Wetters sind sehr viele andere Urlauber und Einheimische unterwegs, sodass sich an den Hängebrücken sogar kleinere Schlangen bilden. Am Ende des Weges erwartet uns ein kleiner See mit Gletscher und wir haben auf Grund der tiefen Bewölkung nur Blick auf den halben Mount Cook. Auf dem Rückweg fängt es leider an zu regnen.

Wir wollen dem schlechten Wetter ausweichen und am Abend des selben Tages fahren wir noch bis an die Küste nach Oamaru. Hie gönnen wir uns einen richtigen Zeltplatz mit Stromanschluss, Küche und Warmwasserdusche. Gerade bei feucht-nassem Wetter eine Herausforderung fünf Regenjacken, Regenhosen, Schirme, Schuhe, etc. wieder trocken zu bekommen. Am späten Abend ohne Regen und während der Dämmerung (hier wird es wischen 21:30 und 22:00 Uhr dunkel) machen wir noch eine Nachtsafari und wollen die kleinen Blaupinguine besuchen, die um diese Uhrzeit das Meer verlassen und ihre Nester auf dem Festland aufsuchen. Käthe schläft bereits aber die Jungs sind hellwach, als sich die ersten Pinguingruppen vorsichtig an Land begeben. Ein aufregendes Erlebnis die kleinen tapferen Pinguine auf ihrem Nachhauseweg zu beobachten.

Entlang der Ostküste besuchen wir einen bekannten Spot namens Moeraki Boulders, wo viele runde Steine wie große Bälle im Sand liegen. Hier hat sich wohl über viele Jahre Schlamm um einen Kalkkern angesammelt und ist versteinert. Nicht nur ein beliebter Fotospot, sondern auch ein schöner Strandspaziergang.

Ein paar Kilometer weiter besuchen wir eine große Seehundkolonie, und können viele Tiere beim Schwimmen und Sonnen beobachten.

Dann geht es über Dunedin (zweitgrößte Stadt der Südinsel) bis zum Nugget Point, wo wir einen Abendspaziergang zum Leuchtturm unternehmen, der uns entlang spektakulärer Steilküsten und schroffer Felsen führt. Raue und zugleich wunderschöne Natur mit tollen farblichen Kontrasten wie dem blauem Meer und den satten Wiesen.

Da wir uns auf der Südinsel für ein recht straffes Programm entschieden haben, fahren wir noch ein Stück, nachdem die Kinder im Auto eingeschlafen sind. 

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