Kinabatangan 🛶 und die letzen Eindrücke 🥲

Weiter Richtung Osten und tiefer in den Bundesstaat Sabah hinein geht es in ein paar Autostunden zur Region um den großen Fluß Kinabatangan. Für uns bis dato unbekannt, bahnt sich hier einer der mächtigsten und artenreichsten Flüsse Südostasiens seinen Weg vom Bergland bis hin in die Sulusee. Nun verlassen wir endgültig die Zivilisation und verbringen die nächsten Nächte in einer Art großem Baumhaus. Die beste Art hier auf Entdeckungstour zu gehen, ist mit dem Boot und so unternehmen wir eine Reihe von Bootstouren mit einem erfahrenen Guide. Die besten Zeiten für Tiersichtungen sind früh morgens zum Sonnenaufgang oder abends zum Sonnenuntergang. Wir dürfen intakten Regenwald und atemberaubende unberührte Natur erleben. Schnell verstehen wir, warum der Kinabatangan Fluss als Amazonas Asiens bezeichnet wird. Wir sehen große Gruppen von Nasenaffen und können wilde Orang Utans beim Nestbau beobachten. Im Fluss sehen wir auch einige große und furchteregende Salzwasserkrokodile, die eine maximale Länge von 6m erreichen können. Auf unserer letzten abendlichen Bootstour haben wir auch noch das unverschämte Glück, die nur noch auf Borneo vorkommenden Zwergelefanten zu finden. Diese kleineren Verwandten des asiatischen Elefanten sind nicht so klein, wie der Name vermuten lässt und obwohl wir auf unserer Reise schon öfters Elefanten gesehen haben, sind wir fasziniert von diesen magischen Tieren. Leider gibt es nur noch ungefähr 1000 Tiere und sie sind extrem stark vom Aussterben bedroht. 

Mit einer Zwischenübernachtung kehren wir wieder nach Kota Kinabalu zurück und auf unserem Weg durchqueren wir erneut zahlreiche Plantagen aus Ölpalmen. Diese Monokulturen bedecken bereits 9 Millionen Hektar der Landfläche Borneos und haben dafür gesorgt, das fast der ganze Regenwald abgeholzt wurde. Nun gibt es nur noch einzelne Flecken mit ursprünglichem Wald, in den sich die Tiere zurückziehen können. Allerdings viel zu wenige und so sind einige Arten wie das Borneo Nashorn bereits ausgestorben. Die Fläche der gepflanzten Ölpalmen auf Borneo entspricht etwa der gesamten Landfläche Deutschlands. Unglaublich große Ausmaße und auch per Satellitenbildern aus erkennbar. Die starke Nachfrage nach günstigem Palmöl, vorrangig aus der westlichen Welt, hat hier starke Spuren hinterlassen. Für uns ist es ein trauriges und beklemmendes Gefühl stundenlang entlang dieser unendlich erscheinenden Plantagen zu fahren. Ein großer Teil des günstig produzierten und verschifften Palmöls wird bei uns an der Tankstelle in Biokraftstoffen verwendet. In fast jedem zweiten Produkt im Supermarkt befindet sich Palmöl und ein kompletter Verzicht ist schwierig aber wir wollen unseren Verbrauch an Palmöl so weit wie möglich reduzieren. 

Zudem ist an vielen Stränden und Flüssen sehr viel Plastikmüll zu finden. Dieser wird übers Meer oder bei Regenfällen über die Flüsse angeschwemmt. Wie so oft gibt es keine funktionierende Müllentsorgung und mancherorts auch keinen Trinkwasseranschluss, was für noch mehr Plastiktrinkflaschen sorgt. Das Problem der vermüllten Meere, die Gefahren für die Tiere und für uns durch das Mikroplastik, welches wir über die Nahrung aufnehmen, sind nicht neu aber hier werden Sie uns stark vor Augen geführt.

Dennoch hat uns der nordöstliche Teil Borneos insgesamt sehr gut gefallen. Die Offenheit, Freundlichkeit und besonders die Entspanntheit der Menschen, auch wenn mal etwas nicht klappt wie geplant. Generell mögen wir es, uns in kleineren Städten und weniger bevölkerten Gebieten aufzuhalten und das war hier sehr gut möglich. Auch wenn die Natur- und Tierwelt hier stark bedroht ist, gibt es sie noch und hat uns fasziniert. Dazu die kulinarische Vielfalt, die weit über Fisch mit Reis hinaus geht und das tropisch warme Klima machen auch den letzten Reiseabschnitt zu etwas Besonderem.

Die letzten Tage auf Borneo sind gleichzeitig die letzten Tage unserer langen, abenteuerlichen, faszinierenden, lehrreichen und einzigartigen Reise. Wir verbringen noch ein paar entspannte Tage unter Palmen, spielen ausgelassen im Sand und tauchen im Pool. Wir genießen das leckere Essen, die günstigen Preise und das wir uns nicht um einkaufen, kochen und abwaschen kümmern müssen. 

Zeit zum reflektieren der bewegenden Reise und gleichzeitig Zeit zum Pläne schmieden für zu Hause. Schade, dass unsere Reise endet, denn wir können uns tatsächlich vorstellen noch ein paar Monate dran zu hängen. Gleichzeitig freuen wir uns und die Kinder sich auf Familie und Freunde, auf das eigene Bett und den ein oder anderen heimischen Komfort. Ein schöner Gedanke wieder nach Hause zu kommen, jedoch freuen wir uns weniger auf den langen Heimflug. Aber noch ist es nicht so weit.

Am 22. Februar geht es morgens mit dem Taxi zum Flughafen Kota Kinabalu. Von dort aus über Singapur und Abu Dhabi zurück ins kalte Frankfurt. Am Flughafen werden wir von Gabi, Katja und Christian empfangen und nach 17 langen Flugstunden und insgesamt 32 Reisestunden mit wenig Schlaf sind wir wieder zu Hause. 🙂

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