Nach unserem Wanderausflug fliegen wir abends von Hue nach Hanoi. Um Mitternacht beziehen wir ein Hotel für eine Nacht direkt am Flughafen und am nächsten Tag fahren wir mit einem Mietwagen in die Bergregion Sapa. Sapa liegt ca. 5 Stunden Autofahrt von Hanoi Richtung chinesische Grenze entfernt. Dort befindet sich der höchste Berg Vietnams. Ein Auto zu mieten als Ausländer ist in Vietnam noch nicht so üblich und auch kaum möglich. Es ist sehr teuer über offizielle Agenturen und so finden wir nach längerem Suchen eine private Alternative. Die kleine Stadt Sapa liegt auf fast 2000 Höhenmeter und vor Ort suchen wir erstmal eine Unterkunft mit Heizung, da es nachts nur ca. 10 Grad hat. Für uns ein ganz neues Gefühl mit langer Hose und dickem Pulli, sowie Jacke, denn dies hatten wir über 10 Wochen lang nicht an. Die Klimaanlage im Zimmer besitzt eine Heizfunktion, aber die Mehrheit der Menschen im Hochland haben keine Heizung. Hier kann es im Winter auch mal schneien und es ist üblich, sich mit Winterjacken im Innenraum aufzuhalten.
Am ersten Morgen unternehmen wir eine schöne Wanderung zum bekannten LOVE Wasserfall, haben einen platten Reifen und fragen uns warum viele Vietnamesen große Äste/kleine Bäume an Rollern und Motorrädern befestigt durch die Gegend fahren. Dank hilfsbereiten Einheimischen haben wir innerhalb von einer halben Stunde unseren Reifen gewechselt. Es kostet uns umgerechnet 2,50 Euro und die Kinder werden in der Zwischenzeit mit Obst und Keksen von der Familie versorgt. Da Anfang Februar Chinese New Year (das große Neujahrsfest) ansteht werden die Äste, woran sich kleine Knospen befinden und welche später rosa blühen werden, in der Region abgesägt und überall im Norden von Vietnam verkauft. Ähnlich wie bei uns der Tannenbaum. Die Äste werden für den Transport auf dem LKW noch zusammen gebunden, damit sie nicht so schnell abbrechen. Gegen Nachmittag fahren wir noch durch die Täler rund um Sapa und genießen die schöne Aussicht und am Abend laufen wir zu Fuß durch ein Tal mit Reisfeldern, in welchem noch die ursprünglichen Volksgruppen leben. Wir erhalten einen tollen Einblick, fallen natürlich direkt auf, auf unserem Spaziergang und haben Begleitung von ein paar Frauen, welche uns Kräuter erklären und zum Schluss natürlich noch ihre selbst gemachten Arbeiten verkaufen möchten.
Den nächsten Tag besuchen noch den lokalen Markt in Sapa, kaufen einen warmen Anzug für Käthe und lassen den kalten Tag in einem kleinen Indoor Spielplatz ausklingen.




































Zurück in Hanoi geben wir abends unser Auto zurück und treffen auf unsere Reisefreunde. Hanoi Altstadt ist eine Mutprobe für Fußgänger. Der Bürgersteig ist in der Regel entweder mit Rollern oder kleinen Straßenküchen blockiert oder anderweitig bis oben hin voll. Somit muss man auf die Straße ausweichen zum laufen und dort muss man einen gefährlichen Hindernisparcour bewältigen. Wichtige Regel beim Straße überqueren Roller und Autos bremsen nicht, sie weichen in letzter Sekunde vor einem aus. Zebrastreifen haben nur dekorative Zwecke und man muss in gleichmäßiger Geschwindigkeit die Straße überqueren, nicht stehen bleiben oder zurück gehen, denn damit rechnen die Fahrer nicht. Unser Motto: Kinder an die Hand – Menschenverstand ausschalten – loslaufen – Augen zu und durch.
Wir haben ein gemütliches kleines Hotel in der Altstadt, welches sich in einem winzigen Hinterhof befindet. Die Altstadt ist extrem wuselig, spannend und schön. Wir schauen uns ein Stück im Wasserpuppentheater an, Teile der Altstadt und besuchen die Train Street. Wir haben Glück, es fährt zweimal ein Zug direkt vor unserer Nase vorbei. Zudem machen wir noch einen weiteren Spaziergang um den Stadtsee, besuchen einen Markt und kaufen 5 kg leckere getrocknete Mango (unser Gummibärchenersatz). Dann verbringen wir noch eine schöne Zeit bei einem liebevoll eingerichteten Indoor Spielplatz mit Café und Abends verabschieden wir uns von unseren Reisefreunden bei einem letzten gemeinsamen Abendessen.






































Von Hanoi machen wir einen Zweitagesausflug in die Region Ninh Binh, welche für ihre einzigartigen Karstfelsen und Höhlen bekannt ist. In Trang An machen wir eine klassische Bootstour und eine kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt. Leider bei kälterem und bewölkterem Wetter, aber dennoch eine spektakuläre Landschaft. Am Samstagmorgen den 20.01.24 geht es mit dem Taxi 2,5h zum Flughafen Hanoi und wir verlassen das vielseitige Vietnam in Richtung wärmerer Gefilde.







































Kleines Fazit: Vietnam ist sicher nicht einfach zu bereisen, denn man muss große Distanzen überwinden, wenn man viele Ecken des Landes kennen lernen möchte. Der Transport als Familie mit eigenem Auto ist fast nicht möglich und Fahrzeuge mit Fahrer recht teuer. Bus und Bahn sind gut, aber mit keinen Kindern und viel Gepäck nur eingeschränkt zu empfehlen. Da wir flexibel mit unserer Reiseroute waren, nutzen wir teilweise gute und günstige Inlandsflüge. Das Essen war meist richtig lecker, aber nicht so günstig und abwechslungsreich wie in Thailand. Der Süden erscheint moderner und weiter entwickelt als der ursprünglichere und günstigere Norden. Einfache Unterkünfte und Hotels sind dafür sehr günstig und oft mit gutem Frühstück. Wir hatten viele freundliche und hilfsbereite Begegnungen, jedoch auch einige Negative. Englisch wird fast garnicht gesprochen oder verstanden und manchmal hatten wir das Gefühl man will uns nicht verstehen. Sie tippen alles in ihr Handy und halten einem die Übersetzungsapp vor die Nase und das obwohl Vietnam kein Geheimtip mehr ist und der Massentourismus an den Hotspots boomt. Höflichkeitsfloskeln gibt es kaum und Emotionen werden äußerst selten gezeigt. Nichts desto trotz ist Vietnam ein sehr facettenreiches und uns faszinierendes Land mit sehr abwechslungsreicher Landschaft. Wir hatten sehr schöne, intensive, erlebnisreiche vier Wochen in Vietnam und sind sehr froh hier Familie Karl kennen gelernt zu haben. 😀
