Inselparadies Con Dao 🏝️ mit dunkler Vergangenheit

Von Ho Chi Min aus wollen wir eigentlich in das bekannte Mekong Delta und uns u.a. die berühmten schwimmenden Märkte anschauen. Leider finden wir bei Recherchen heraus, das es diese traditionellen Märkte auf dem Wasser nicht mehr gibt und bei der weiteren abendlichen Reiseplanung stoßen wir zufällig auf eine kleine unscheinbare Inselgruppe etwa 100 KM vom Festland entfernt. Diese isolierte Inselgruppe im Südchinesichen Meer gilt als wenig touristisch und auch wenig bevölkert. Wir denken, ein guter Kontrast zur Millionenmetropole mit Verkehrsüberlastung und per Kleinflugzeug geht es am 3. Januar für 45 Minuten nach Con Dao. Con Dao ist eine ehemalige Gefängnisinsel mit trauriger Vergangenheit, doch dazu später mehr. Allein der Anflug über die scheinbar unberührte Inselgruppe und die ersten Eindrücke sind atemberaubend. So ganz unerschlossen ist die Insel nicht, denn sie verfügt über eine sehr gute Infrastruktur, einige Hotels und Seafood Restaurants und es wird an vielen Stellen kräftig gebaut. Aber noch geht es hier sehr gemütlich zu und die Jungs können entlang der Straße laufen, ohne dass wir ständig dem Verkehr ausweichen müssen, so wie zuvor in Ho Chi Minh City.

Ein paar wenige westliche Touristen sind auf der Insel anzutreffen und wie es der Zufall will lernen wir ein anderes deutsches Paar mit zwei Kindern kennen, mit denen wir bereits im Flughafen kurz ins Gespräch gekommen sind und die wir am Stand wieder treffen. Für unsere Jungs aber auch für die beiden Mädels ein großer Glücksfall, denn endlich mal wieder jemand mit denen sie deutsch sprechen können und spielen wie zu Hause. Die andere Familie kommt aus Würzburg und ist ebenfalls seit zwei Monaten auf Reisen. Wir machen einen gemeinsamen Spaziergang zum lokalen Tempel und werden vom buddhistischen Oberhaupt spontan zum Abendessen eingeladen. Eine sehr herzliche und gastfreundliche Begegnung, obwohl eine Kommunikation nur mit Händen und Füßen oder Übersetzungs-App möglich ist. All das hält den Mönch nicht davon ab uns am nächsten Tag zum Mittagessen einzuladen. Wir bringen Blumen und Obst als Gastgeschenke mit und speisen kulinarisch auf allerhöchstem Niveau. Eine tolle Begegnung und gemeinsames Erlebnis.

Zudem unternehmen wir eine gemeinsame Wanderung zu einer abgelegenen Bucht, erkunden den lokalen Markt und abendlichen Nachtmarkt und fahren einmal um die Insel herum (ca. 1h – 30 KM). An einem Nachmittag besuchen wir eines von vier großen Gefängnissen auf der Insel. Hier wurden unter extremen Bedingungen über 100 Jahrelang hauptsächlich politisch gefangene festgehalten und es verstarben an die 20.000 Häftlinge. 

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