Gefangenschaft im Paradies und Fazit einer unvergesslichen Reise

Am 11.01. landeten wir auf Barbados und nach dem Ausstieg aus unserem Privatjet, nur ca. 20 von 180 Plätzen im Flieger waren besetzt, ging es direkt los mit einer der unkoordiniertesten Einreisen aller Zeiten. Erinnerungen an Ferienspiele wurden wach. Es gab eine Station, die den vorhandenen negativen PCR Test prüfte, eine andere Station leitete die Installation der Corona App an, eine weitere registrierte alle Personen und überprüfte das Vorliegen einer Quarantäne Unterkunft, eine weitere erklärte das täglich durchzuführende Temperatur messen und melden, eine weitere prüfte Pass und erteilte die offizielle Einreise, eine weitere verpasste uns rote Armbänder und gechipte Bänder, bei einer weiteren wurde versucht das Chipband mit dem Smartphone zu koppeln, usw…

Würden wir nicht mit zwei kleinen Kindern reisen deren Geduldsspanne naturbedingt sehr kurz ist, hätte man nicht an jeder Station das Gefühl vermittelt bekommen, als wären wir pestkranke Schwerverbrecher und hätte das eingeteilte Personal eine Schulung ihres Aufgabengebietes erhalten, hätten wir dem ganzen Spektakel womöglich etwas Komisches abgewinnen können. Es sollte leider nicht unser letztes Negativerlebnis auf Barbados bleiben…Ein Quarantäne Taxi brachte uns zum Hotel, in dem wir uns 1,5 Tage bis zur Durchführung des zweiten PCR Testes, (ersten führten wir vor Abflug in den USA durch) plus 1-3 Tage bis zum Erhalt des Ergebnisses, einquartierten. Nach insgesamt 3-4 Tagen sollten wir dann wieder frei sein. Bewusst hatten wir ein größeres Apartment mit Auslauf für uns und die Kinder und mit Küche gewählt. Bewacht wurden wir von engagierten Sicherheitsbeamten, die anfänglich Gefängniswärtern in nichts nachstanden. Auch am fünften Tag unserer Quarantäne, 72 h nach dem zweiten vor Ort durchgeführten PCR Test, erhielten wir leider noch immer kein Ergebnis. Dafür am 15.01. die Hiobsbotschaft, dass Barbados 🇧🇧 zum 17.01.21 zum Risikogebiet erklärt würde. Bis dato war Barbados seit Beginn der Pandemie nie Risikogebiet gewesen. Leider stiegen jetzt auch hier, nach zehn Monaten mit einstelligen täglichen Neuinfizierten, die Fallzahlen und unser Plan aus einem „Nichtrisikogebiet“ heim zu kehren war hinüber. Pech am Ende der Reise, nach erfolgsverwöhnten neun Wochen. Wäre die Einstufung eine Woche später gekommen, (Fallzahlen immer noch geringer als in DEU) wäre unser Plan aufgegangen. 

Auch eines der letzten kleinen Länder dieses Planten fiel dem Virus endgültig zum Opfer und wurde von fast allen europäischen Ländern zum Risikogebiet erklärt. Tragisch, da das kleine Insel Archipel zu 90% vom Tourismus lebt und sich überdurchschnittlich lange mit allen Mitteln (siehe Tests bei Einreise, Quarantäne und „elektronischen Fussfesseln“) gegen eine höhere Verbreitung erfolgreich gewehrt hatte. Wir trafen eine Entscheidung und verlegten unseren Heimflug von Barbados nach Frankfurt um eine Woche vor, was zum Glück kurzfristig möglich war. Leider ein Flug aus der Quarantäne in die Quarantäne, da wir ja vor 5 Tagen erst aus dem Risikogebiet USA einreisten. Der Test am Montag war negativ und jetzt steht morgen der hoffentlich letzte und vierte an, um die Quarantäne zu beenden. 

Das Personal in unserem Quarantäne Hotel war sehr hilfsbereit und verständnisvoll für unsere unglückliche Situation. Ein Sicherheitsbeamter holte uns sogar einige Snacks aus einem nahegelegenen Supermarkt, da wir das Apartment ja nicht verlassen durften und noch etwas für den Flug besorgen wollten. Er hat es von sich aus angeboten und bezahlte den Einkauf, da wir kein Bargeld mehr hatten. Ein extrem freundlicher Taxifahrer lieh uns Geld, da wir unsere Bargeldreserven wie geschrieben verbraucht hatten und kein Bargeld mehr abheben durften. Zudem meinte er wir sollen uns noch was Leckeres zu essen kaufen am Flughafen, er könne uns nicht so leiden sehen. Es war der gleiche Taxifahrer der uns zum PCR Test gefahren hat. Diese unglaublich hilfsbereiten Begegnungen am letzten Tag sind einer der Gründe, warum wir wieder kommen werden. Am Tag des Abfluges erfuhren wir vom deutschen Konsulat, dass selbst der Botschafter seit sieben Tagen, statt den üblichen drei, in Quarantäne verweilen muss und die Labore mit der Flut an Testungen, ausgelöst durch die gestiegenen Fallzahlen, nicht nachkamen. 

Für Theo waren die 5 Tage im Apartment ein absoluter Gewinn. Kein Autofahren und angeschnallt sein, sondern den ganzen Tag nach Belieben durch das Apartment watscheln. Er entdeckte Freude an trockenen Nudeln und war vom täglichen Lauftraining so müde, dass er mittags und abends sofort einschlief. Emil wusste sich mit seinen Spielsachen kreativ zu beschäftigen. Wir spielten viel, badeten täglich in der Badewanne, beobachteten Vögel vom Balkon, bauten Kletterparkurs, schauten Bücher und Urlaubsfotos an, sangen und tanzten… Eine weitere wunderbare intensive Familienzeit am Ende unserer Reise, trotz der äußeren Umstände. 

Alles in allem eine Reise auf der unsere beiden Söhne vieles lernten. Theo lernte unter anderem Laufen. Sie haben beide etwas mitgenommen, dessen sind wir uns sicher, auch wenn sie noch klein sind. Uns hat diese Reise als Familie geprägt. Wir lernten uns untereinander noch besser kennen und verstehen und spüren eine wunderbare Vertrautheit und Geborgenheit. 

Eine Reise, die uns vieles lehrte. Es lohnt sich für unsere Träume einzustehen, egal was kommt. Nicht um jeden Preis aber mit Mut und Verstand unser Bestes zu geben. Unser Motto war stets das scheinbar Unmögliche anzugehen, um das Mögliche zu erreichen. 

Es waren 10 Wochen, die so schnell vergingen. Anfangs glaubten wir nicht daran überhaupt so lange Reisen zu können. Zu groß erschienen die Hindernisse in einer Zeit, in der viele so selbstverständlich geglaubte Freiheiten verschwunden sind. So viele Einschränkungen und Regulierungen zum Schutze der Gesundheit. Doch wir wagten den ersten Schritt und wuchsen an den Herausforderungen. Wir sammelten täglich neue Erfahrungen und lernten was auf Reisen mit Kindern funktionierte und waren überrascht, wieviel mit Kindern möglich ist. 

Wir sind unendlich dankbar ohne nennenswerte Erkrankungen und Zwischenfälle eine so wunderbare Zeit auf Reise als Familie verbracht zu haben. 

Eine Reise, die uns manchmal alles abverlangte, manchmal ganz leicht war, mit Höhen und Tiefen, mit unvergesslichen Momenten voller Glück, Stolz und Dankbarkeit.

Wir durften in fremde Kulturen eintauchen, faszinierende Landschaften bewundern, atemberaubende Tier- und Pflanzenwelten bestaunen und jeden Tag ganz individuell gestalten. Überall gab es tolle menschliche Begegnungen in unserer von der Pandemie beherrschten Menschheit. 

Gewiss ist, wir sind ein gutes Team und wir werden uns wieder auf Reisen begeben, auch wenn wir jetzt erstmal wieder gerne zu Hause sind. Wir sind voller Vorfreude, welche Abenteuer in fremden Ländern noch auf uns warten. 🤠 Bis bald 👋🏻 und vielen Dank für euer großes Interesse!

Für alle Video Fans, es gibt noch einige neue Videos aus Kolumbien und Florida 🙂 (für bessere Videoqualität das Video vorab downloaden)

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