Mitten im kolumbianischen Hochland

Nach der spektakulären Tatacoa Wüste ging es weiter mit einer Zwischenübernachtung nach San Augustin. Mit seinen weiß-grünen Häusern sieht die Stadt recht hübsch aus. Wir schauten uns den archäologischen Park an. Dieser enthält die größte Sammlung religiöser Denkmäler und megalithischer Skulpturen in Lateinamerika und gilt als die größte Nekropole, Totenstadt, der Welt. (Megalith ist ein großer prähistorischer Stein, aus dem allein oder zusammen mit anderen Steinen eine Struktur oder ein Denkmal errichtet wurde) Der Park gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Daten der Statuen sind ungewiss, aber es wird angenommen, dass sie zwischen 5 und 400 n.Chr. geschnitzt wurden. Es war sehr beeindruckend. Nachmittags machten wir unseren ersten Familienausritt durch das Hinterland von Kolumbien, bergauf und bergab. Es war sehr herausfordernd, zugleich aber auch wunderschön. Michael ist noch nie geritten und hatte nun noch Emil mit im Sattel. Maries Erfahrung im Sattel ist auch überschaubar und bei ihr saß Theo mit dabei. Wir ritten noch zu zwei weiteren Ausgrabungsstätten mit farbigen Steinfiguren. Angeblich die einzigen farbigen in San Augustin. Die Farbe gewannen sie von den Bäumen (rot, gelb und schwarz). Wir konnten während des Reitens die Natur genießen, kolumbianischer Ackerbau und viele andere Nutztiere entdecken. 

Im Anschluss an die zwei Tage in San Augustin ging es auf einer, anfangs noch gut befahrbaren, dann aber immer unwegsameren Matschstraße durch den Purace Nationalpark. Ohne Geländewagen war der breite „Wanderweg“ kaum zu bewältigen und verlangte uns und unserem Gefährt alles ab. Eine wahrliche Abenteuerfahrt durch die Andenausläufer, die sich uns mit immerhin 3300 m ü.NN. in den Weg stellten. Obendrein wurde die Strecke vom kolumbianischen Militär gesichert, die uns mit erhobenem Daumen signalisierten, dass die Fahrt sicher ist vor den sog. FARC Rebellen, die vereinzelt im entlegenen Hochland ihr Unwesen treiben. Nach einer kühlen Übernachtung in einem kleinen Bergdorf, wärmten wir uns am nächsten Morgen in einer der in dieser Gegend verbreiteten warmen Quellen und Termalbädern auf. Ein wunderbarer Ort der Entspannung. Auf dem Weg nach Cali schauten wir uns noch Popayan, die weiße Stadt, an. 

In Cali hatten wir zum ersten Mal in Kolumbien ein größeres Apartment mit Küche und nutzten hier die Gelegenheit mal wieder zu kochen. Generell ist es möglich in Kolumbien sehr günstig essen zu gehen, wenn man traditionell und in einem einfachen Restaurant isst. Oft wurde die hungrige Meute für ca. 6 Euro in Summe satt! Wir aßen oft Reis mit Bohnen und verschiedenem Fleisch sowie einem kleinen Salat. Außerdem gab es oft eine Suppe dazu. 

Die drittgrößte Stadt des Landes haben wir aus dem Auto heraus auf uns wirken lassen und uns den schönen Zoo näher angeschaut. Dieser war mit seinen vielen frei herumlaufenden Leguanen nicht nur für die Kinder ein tolles Erlebnis. Den wundervollen Blick auf Cali vom Kristallhügel ließen wir uns nicht entgehen.

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